Teilentladungen (TE) sind gemäß IEC 60270 definiert als lokale dielektrische Durchschläge in einem kleinen Teil eines festen oder flüssigen elektrischen Isolationssystems bei hoher Spannungsbeanspruchung (Hochspannung). Teilentladungen führen zu einer stetigen Verschlechterung der Isolation und können einen vollständigen elektrischen Durchschlag verursachen. Deshalb muss der einwandfreie Zustand der Isolation von Hochspannungseinrichtungen mithilfe der Teilentladungsanalyse sowohl bei der Herstellung als auch bei der Inbetriebnahme und während der gesamten Betriebsdauer überprüft werden.
Bei Leistungstransformatoren können Teilentladungen zu einer Korrosion der festen Isolationsmaterialien führen, was schließlich den Ausfall des betroffenen Betriebsmittels verursachen kann. Teilentladungen können auch eine Zersetzung und Verunreinigung des Isolationsöls verursachen, sodass die Isolationseigenschaften des Öls nicht mehr gewährleistet sind. Daher ist eine Messung der Teilentladungen von Transformatoren sowohl bei der Inbetriebnahme als auch bei größeren Reparaturen äußerst wichtig.
Mittels TE-Messungen kann der Alterungszustand von Transformatoren bestimmt werden, was wiederum Rückschlüsse auf die zu erwartende verbleibende Lebensdauer zulässt. Hier können sogenannte PRPD-Diagramme (Phase-Resolved Partial Discharge Patterns) oder Fingerprints (Fingerabdrücke) helfen, die Art des Fehlers festzustellen und die Quelle der Teilentladungen zu lokalisieren.
Die 3PARD-Methode (3-Phase Amplitude Relation Diagram) ermöglicht eine Separation verschiedener TE-Quellen innerhalb eines Transformators – sowohl gegeneinander als auch gegenüber Störungen und anderen Signalen. Diese Methode bei Kunden in der ganzen Welt allgemein anerkannt und wird selbst unter Bedingungen mit starken Störungen eingesetzt. Die 3CFRD-Methode (3-Center Frequency Relation Diagram) ist eine Erweiterung der 3PARD-Methode und hat bei Labor- und Feldversuchen vielversprechende Ergebnisse geliefert.
Sowohl 3PARD als auch 3CFRD erfordern eine mehrkanalige synchrone Erfassung der Teilentladungen. Dies setzt eine leistungsfähige Hardware wie das MPD 600 voraus. Es ermöglicht eine Synchronität der TE-Erfassung bis in den Nanosekunden-Bereich.
Zudem gibt es die Möglichkeit über die akkustische Laufzeitdifferenzenmessung mit dem PDL 650 TE-Quellen in Transformatoren zu lokalisieren.
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