Teilentladungen (TE) treten in der Ständerisolation von Motoren und Generatoren überall dort auf, wo die Beanspruchung durch das elektrische Feld die elektrische Spannungsfestigkeit übersteigt. Die TE-Messung an Motoren und Generatoren kann entweder online erfolgen - also während des normalen Betriebs mit Nennlast oder im Leerlauf - oder offline, d.h. bei stillstehender Maschine, indem man nacheinander jede einzelne Wicklung einspeist. Die üblicherweise für Motoren und Generatoren verwendeten Isolationsmaterialien sind bis zu einem gewissen TE-Pegel beständig, weshalb selbst unter normalen Betriebsbedingungen eine große Anzahl von TE-Impulsen in allen Phasen vorkommen kann. Bestimmte Teilentladungen können allerdings auch auf alterungsbedingte oder produktionsbedingte Isolationsdefekte oder Beschädigungen des Wicklungsaufbaus hindeuten. Beispielsweise können lose Windungen zum Abrieb der äußeren Leitschicht und somit zu TE im Nutbereich führen. Hohlräume in der Isolation oder Isolationsablösungen können interne Teilentladungen verursachen. Auch Feuchtigkeit oder Verunreinigungen in der Wicklung können zu Oberflächen-TE führen. Generell kann festgestellt werden, dass in der Isolation von Ständerwicklungen immer gleichzeitig mehrere verschiedene TE-Quellen vorhanden und aktiv sind.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen TE-Messung in Ständerwicklungen liegt daher in der Separation der gleichzeitig vorhandenen TE-Quellen und der Unterscheidung zwischen schädlichen TE-Ereignissen, normalen TE-Ereignissen und externen Störsignalen. Letztere sind in industriellen Umgebungen unvermeidbar und immer mehr oder weniger stark vorhandenen.
Moderne Ingenieure verwenden hierzu das digitale synchrone mehrkanalige TE-Messsystem MPD 600. Dieses System arbeitet mit drei oder mehr synchonisierten Kanälen und ist so in der Lage, interne TE-Quellen sowohl gegeneinander als auch gegenüber Störsignalen zu unterscheiden und jede TE-Quelle innerhalb des Ständers einzeln zu beurteilen.
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