Netzpendelung
Die von NetSim generierten realistischen Größen des Energiesystems sind unentbehrlich, um erweiterte Pendelsperrfunktionen moderner Relais zu prüfen. Hier reicht die Anwendung von Impedanz-Rampen oder Impedanz-Zustandssequenzen meist nicht mehr aus. Für eine wirksame Prüfung der Außer-Tritt-Funktionen können auch asynchrone Pendelungen mit Polschlupf über mehrere relative Umdrehungen (mit oder ohne Kurzschlussfehler während des Schlupfs) generiert werden. Die Konfiguration für synchrone Pendelung simuliert eine transiente Oszillation, bei der die Pollagen anschließend wieder einen stabilen Zustand einnehmen. Der dabei auftretende Impedanzverlauf kann zusammen mit den Zonen des Relais im Impedanzdiagramm angezeigt werden.
Dreipol-Leitung
Aus Kostengründen werden immer öfter Leitungen mit Abzweigung installiert. Bei einer solchen Konfiguration kann ein Distanzschutz abhängig von den Eigenschaften der einzelnen Abschnitte (z.B. Kabelabzweig an Freileitung) oder der topografischen Anordnung (z.B. Abzweig nahe einem Leitungsende) ernsthafte Probleme in Bezug auf die Reichweiten haben. Die Dreipol-Leitungs-Konfiguration in NetSim ist ideal zur Untersuchung der Bedingungen auf Abzweigleitungen. Damit lassen sich optimierte Schutzeinstellungen für diese komplexe Konfiguration wesentlich einfacher bestimmen.
End-To-End-Prüfung
Eine dynamische End-To-End-Prüfung des gesamten Schutzsystems (z.B. von Übertragungsleitungen) bietet viele bekannte Vorteile. Üblicherweise ist diese Prüfmethode jedoch auch mit Einschränkungen verbunden; wie hoher Komplexität, zeitaufwändiger Vorbereitung und kleinem Zeitfenster bei der Ausführung. NetSim ermöglicht es, diese Hindernisse sehr einfach zu überwinden. Es bietet einfache Bedienung, vordefinierte Modelle und die sofortige Berechnung der verschiedenen Prüffälle.
Im Gegensatz zu anderen häufig verwendeten Analysesoftwarelösungen ist NetSim vor allem auf die Bedürfnisse des Schutzingenieurs ausgerichtet. Die Prüfsignale werden direkt ausgegeben, Arbeitsschritte mit zwischengeschalteten Transienten-Dateien entfallen. Durch die Integration von CMGPS oder CMIRIG-B ist die vollständige Synchronisation der Prüfung mit je einer Prüfeinrichtung an jedem Leitungsende gewährleistet, d.h. Prüfungen können höchst genau gestartet und zeitlich gesteuert werden. Im OMICRON Control Center ist es zudem möglich, eine Abfolge von Prüffällen zu definieren und diese Folge auf Befehl einfach zu starten.
